Sunday, February 28, 2016

Lösungen aus der derzeitigen Kapitalismuskrise

Bestandsaufnahme

Da wäre zuerst die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich. Das ist eine logische Konsequenz aus der Natur der Sache. Ein schwarzes Loch ist viel (Masse)reicher als der Durchschnitt und deswegen wird von ihm so lange die Umgebung einverleibt bis nichts mehr da ist. Mit Geld ist es das gleiche, jeder der viel Geld hat, kann sich die besten Anlageformen aussuchen und wird immer besser da stehen als der Durchschnitt.

Ein zweiter Aspekt, diesmal der menschlichen Natur ist der Egoismus. Nehmen wir einen See und es gibt zwei Fischer. Beide wollen den maximalen Ertrag, also werden beide so viel aus dem See fischen wie sie können. Das funktioniert problemlos solange deren gemeinsame Kapazität den Bestand nicht gefährdet. Aber über diesen Punkt, dass die Menschheit mit ihren technischen Möglichkeiten ein Niemand im Vergleich zur Natur und den vorhandenen Rohstoffen ist, sind wir schon lange hinüber. Also werden beide Fischer mit immer mehr Geldeinsatz versuchen noch den letzten Rest zu ergattern. Als außenstehender ist dieses Verhalten leicht als dumm zu erkennen, denn so schaffen beide in kurzer Zeit das Maximum aus dem See zu holen, und danach ist nichts mehr da. Langfristig gesehen wäre es vernünftiger die Fangquoten zu begrenzen und Geld in Zucht zu stecken. Nur wenn ein Fischer das macht und der andere nicht, wird der langfristig Denkende verlieren.

Der Wert des Geldes wird gerne als Konstant angesehen. Ich fordere für meine Angestellten 5% mehr Gehalt. Klingt im ersten Moment gut. Nur wenn das jede Firma macht, dann haben alle gleich viel mehr Geld in der Tasche. Dieses Geld kommt aber nicht aus dem nichts, sondern muss von wo anders kommen, etwa indem man die Preise erhöht. Dann habe ich als Person also einen 5% höheren Geldbetrag in der Tasche, alle Waren kosten 5% mehr, in Summe wurde nichts erreicht. Geld ist einfach nur ein Mittelsmann für Tauschgeschäfte. Wenn ich 1kg Getreide, 1kg Brot und 1kg Butter tauschen möchte, dann kann ich entweder den Tauschkurs von jedem Produkt zu jedem anderen Produkt festlegen. Ein Wahnsinn. Daher ist es viel einfache die Kurse in Relation zu einem definierten "Ding" festzulegen. In früheren Zeiten waren das z.B. Gold. Dabei ist es völlig unerheblich wie viel dieses neutrale "Ding" in der Mitte tatsächlich wert ist. Man könnte z.B. sagen dass 1kg Getreide = 1kg Gold wert ist. Und 1kg Brot sowie 1kg Butter ebenfalls ein 1kg Gold. Da das Gold selbst nicht verbraucht wird, es nur eine Tauschreferenz darstellt, ist dessen Menge völlig egal.
Und da liegt auch der Haken, wenn man ein Produkt oder Rohmaterial als Tauschreferenz benutzt. Es könnte jemand nach Gold schürfen und mit 0,3kg gefundenem Gold sich je 0,1kg jedes Produkts kaufen. Danach gibt es aber nicht mehr 3kg Gold insgesamt sondern 3,3kg und ab jetzt kosten 1kg Getreide eben 1,1kg Gold. Man kann also kurzfristig damit etwas an sich reißen, langfristig ändert sich nur der Tauschkurs.
Viel besser ist da ein Dokument, ein Blatt Papier wo steht dass man das Recht auf 1/3 der Gesamtleistung (1kg Brot + 1kg Getreide + 1kg Butter) hat. Das Dokument selbst hat keinen inneren Wert abgesehen von den paar Cent den das Papier kostet und es kann nicht eine Person nach Dokumenten schürfen. Dieses Dokument verschimmelt auch nicht oder verliert an Wert wenn es zum 100. Mal gebraucht wird. Wir nennen dieses Dokument Euro und der leichteren Handhabung wegen teilen wir die Wirtschaftsleistung in sehr viele Dokumente, die damit alle nur einen sehr geringen Anteil haben. Das ist nur der Handlichkeit wegen so. Wenn ich nur 1000 Euro Dokumente hätte, könnte ich keinen Tausch mehr durchführen wenn etwas nur 10 Euro kostet, ich müsste immer 100 Stück auf einmal kaufen oder hätte den Aufwand mir auf anderem Wege zu merken dass ich meinem Verkäufer 1/100 des Dokuments schulde. Mehr Aufwand, kein Nutzen, also ist es besser viele dieser Euro Dokumente zu erstellen.

Finanzwirtschaft

Zusätzlich zu obigen Problemen ist aktuell die Finanzwirtschaft mit ihren Banken und Spekulanten ein großes Risiko. Dazu sollte man sich bewusst machen dass diese eine wichtige Rolle im Geldwesen/Tauschhandel übernehmen. Das klassische Aufgabengebiet einer Bank ist Leute mit Geld und Leute mit Geldbedarf zusammen zu bringen und über die Anzahl der Transaktionen das Kreditausfallrisiko zu verteilen. Das ist ein sehr wichtiges Konzept, denn es erlaubt eine zeitliche Verschiebung.
Nehmen wir den Bäcker, er verkauft jedes Jahr 1kg Brot. Den Gewinn daraus spart er an und nach 10 Jahren vergrößert er mit diesem Geld seinen Betrieb, er baut einen zweiten Ofen. Das gleiche Ziel kann er 10 Jahre früher erreichen, indem er sich das Geld leiht. Damit kann er schon 10 Jahre früher seinen Output verdoppeln, hat damit einen höheren Gewinn und einen Teil dieses Gewinns gibt er der Person die das Geld zur Verfügung gestellt hat. Das was er im vorhergehenden Fall angespart hätte, benutzt er jetzt zur Kredittilgung, Und sein größerer Gewinn hilft ihm und dem Kreditgeber. Eine wunderbare Win-Win Situation. Der Bäcker verdient mehr Geld, der Kreditgeber bekommt etwas, anstatt das Geld nur liegen zu lassen, und für die Kunden reduziert sich der Preis dadurch dass jetzt mehr Brot verfügbar ist.
Aber Banken dürfen nicht nur das Geld von Investoren als Kredit vergeben sondern auch das Geld von Schuldnern. Wenn man der Bank 1000EUR schuldet, heißt das ja nicht dass das Geld für die Bank weg ist, sondern nur dass es jetzt weg ist. Der Schuldner hat die Verpflichtung das Geld zurück zu zahlen. Einzig wenn der Kredit ausfällt, weil der Schuldner Bankrott geht, dann ist das Geld für die Bank weg. Das passiert selten genug.
Sei denn es entwickelt sich ein Teufelskreis. Das kann sein, wenn plötzlich zu viele Schuldner nicht mehr begleichen können. Das müssen nicht einmal viele sein, aber wegen dem Multiplikator reicht eine kritische Schwelle und die Bank muss jetzt sofort mehr Geld zurück zahlen als sie selbst überhaupt hat. Es könnte auch sein dass man das Vertrauen in eine Bank verliert, sein Guthaben abbucht. Wenn das genug Leute machen, hat die Bank ebenfalls schnell nicht mehr das Geld um alle auszuzahlen.
Nochmals, das muss nicht bedeuten dass die Bank sich verzockt hat, es kann durchaus sein dass die Bank selbst auf gesunden Füssen steht, aber nur weil sie jetzt in dieser Sekunde nicht allen das Guthaben auszahlen kann, ist sie de facto zahlungsunfähig.
Die einzige Möglichkeit das zu steuern, ist die Quote wie viel Geld die Bank als Kredit vergeben darf. Wenn sie nur Guthaben vergeben darf, ist dieses Problem behoben, es werden aber viel zu wenig Kredite vergeben was diese verteuern würde. Egal wie man es dreht und wendet, der Vorteil der Volkswirtschaft Geld von einer Bank zu besorgen und so das gleiche Ergebnis, aber bereits früher, zu erreichen ist auch der Nachteil.
Auch Spekulation erfüllt einen wichtigen Zweck, es glättet extreme Ausschläge. Nehmen wir an unser Markt kann dieses Jahr nicht 1kg Butter erzeugen, sondern nur 0,5kg. Ganz klar, die Butter wird teurer. Je nachdem ob es ein Luxusgut oder etwas unverzichtbares ist, wird man also entweder weniger Butter auf das Brot schmieren oder, um nicht vor Hunger umzukommen, jeden Preis zahlen den man sich nur leisten kann. Bei Butter wird man wohl eher den Konsum einschränken, bei Brot geht das nicht so leicht. Dort wird man den hohen Preis zahlen und dafür wo anders sparen.
Wenn dann das Jahr darauf 1,5kg Butter hergestellt werden kann, passiert das gleiche nur mit umgekehrten Vorzeichen. Die Butter wird billiger, vielleicht sogar sehr viel billiger.
In beiden Fällen ist niemandem geholfen. Zuerst bekommt der Butterhersteller viel Geld, danach wenig. Und der Käufer zahlt zuerst viel und dann wenig. Es wäre sehr viel sinnvoller beide Jahre in Summe zu betrachten und zu sagen der Preis bleibt gleich, weil über zwei Jahre auch die Menge in Summe gleich bei 1kg/Jahr ist.
Der Spekulant greift jetzt genau hier regelnd ein. Er sieht dass zwar jetzt ein Mangel herrscht, aber nächstes Jahr ein Überschuss sein wird. In Erwartung dieses Überschusses stößt er lieber jetzt seine Butter-Reserven ab, verdient damit mehr Geld aber gleichzeitig stabilisiert er die Preise.

All diese Beispiele funktionieren aber nur so lange wie gewünscht, solange die Geldwirtschaft mit der realen Wirtschaft einhergeht. Wir haben aber jetzt die Situation dass die Finanzwirtschaft zu einem Selbstzweck verkommt. Durch die Größe der Beträge die in der Finanzwirtschaft einzelnen Spielern zur Verfügung stehen, haben sie die Möglichkeit diese Teufelskreisläufe in Gang zu setzen. Angenommen ich nehme mehrere Mrd in die Hand, gründe eine Bank und zahle jedem Kunden 50EUR monatlich als Dank dafür dass er Kunde bei mir ist. Das Geld würde schnell von anderen Banken zu mir fließen, aber unter großen Kosten. Wenn aber dadurch alle anderen Banken in Konkurs gehen und ich danach 100EUR Kontoführungsgebühr verlangen würde, dauert es eine weile bis wieder genügend Banken gegründet werden.
Mit genügend viel Kapital kann man also extreme Situation hervorrufen. Man destabilisiert das ganze System für einen kurzen eigenen Vorteil.

Lösungen

Eine Möglichkeit wäre mit Verboten zu arbeiten. Es darf jetzt nur ein Höchstbetrag für Spekulation verwendet werden. Verbote bringen aber nur dann etwas, wenn sie durchsetzbar sind. Und wenn so viel Geld im Spiel ist, dann werden Leute sehr schnell sehr kreativ wie sie die Verbote umgehen können. Man würde also nur hinterher laufen und Kosten für die Durchsetzung der Verbote haben.
Stattdessen sollten wir nochmals die Punkte zusammenfassen, die besprochen wurden.

  1. Aus viel Geld wird noch viel mehr Geld - Ungleichgewicht
  2. Egoismus hilft dem Einzelnen im Vergleich zu anderen, aber nicht der Gesamtheit
  3. Geld ist eine neutrale Tauschreferenz ohne eigenen Wert
Der letzte Punkt ist kritisch. Alles was selbst keine Wert hat, kann durch die Dauer und den Grad der Benutzung nicht an Wert verlieren. 
Man stelle sich vor unsere Währung wäre Getreide. Je öfter es den Besitzer wechselt um so abgenützter ist es, und nach einem Jahr ist es verrottet und nichts mehr Wert.

Das Geld mit der Zeit an Wert verliert, wird heute schon gemacht, das nennt sich Inflation. Ziel ist es die Geldmenge kontinuierlich zu erhöhen. Und zwar in einem Maße dass es weiterhin als Tauschreferenz Anerkennung findet. Also nicht in einer Stunde nur noch die Hälfte Wert ist, wie bei einer Hyperinflation. Da gibt es die Geschichte aus vor dem 1. Weltkrieg, wo jemand seinen Bauernhof für Betrag x verkauft hat, mit dem Geld nach Hamburg fährt aber in der Zwischenzeit reicht dieser Betrag nicht einmal mehr genug für eine Schiffspassage. Die Inflation darf aber auch nicht zu niedrig sein, etwa 0%, denn sonst ist es ja für jeden egal ob er das Geld benutzt oder nicht.
Ein angepeilter Wert für die Inflation ist 2% pro Jahr. 
Aber auch bei diesem Mechanismus lauert eine fundamentale Gefahr, denn man kann die Geldmenge nicht einfach erhöhen. Klar, man kann ein paar mehr Geldnoten drucken, nur wenn die dann irgendwo in einem Safe liegen, ändert das nichts. Das ist als wären sie nicht da. Es geht nicht um die Geldmenge im Sinne von Summe aller vor verfügbaren Scheine, sondern Summe der Transaktionen. Es muss also jemand die Geldscheine benutzen und das zu erreichen war früher kein Problem. Man senke die Zinsen, schon werden mehr Investitionen interessant, schon werden mehr Transaktionen getätigt. Wenn aber die Allgemeinheit der Meinung ist dass es zu unsicher für jedwede Investitionen ist, dann kann der Zins auf Null gehen und es passiert nicht. Und weniger als Null-Zins geht (eigentlich) nicht.
Warum wird das Risiko von Investitionen als so hoch eingeschätzt? Weil es zu große Schwankungen im Wirtschaftssystem gibt. In einem Bereich sitzt das Geld locker, in anderen gibt es gar nichts, das ganze ist nicht vorhersehbar.

Das Geld mit der Benutzung an Wert verliert, das gibt es nicht. Diesen Effekt würde ich als das Grundproblem ansehen und ändern.
Heute kann ich eine Mrd Euro nehmen und auf eine z.B. Währung setzen, 10 Sekunden später wieder zurückholen. Ich kann auch 100Mrd einsetzen und wieder holen. Es geht sogar so weit dass ich nicht einmal die 100Mrd haben muss, ich kann sie mir für 10 Sekunden ausborgen und gleich wieder zurück zahlen. Wenn sich in der Zwischenzeit der Markt wie erwartet geändert hat, streiche ich den Gewinn ein, sonst habe ich Verluste. In Summer wieder ein Nullsummenspiel, es geht nur um die Verteilung. Wenn ich auf eine Erhöhung des Kurses setze und damit eine Million verdiene, muss jemand anderer diese Million verlieren. Diese Art von Geschäften und die Beträge die damit verschoben werden, destabilisieren den Markt.

Nehmen wir jetzt an, dass das Geld bei jeder Benutzung an Wert verliert, sagen wir 0,01%. Dann würde obiges Geschäft mit 100Mrd für 10 Sekunden bedeuten dass derjenige 10 Millionen Euro Kosten hätte. Solche Geschäfte wären sehr schnell uninteressant.

Finanztransaktionssteuer

Dieses Konzept nennt sich Finanztransaktionssteuer und wird immer wieder einmal diskutiert, etwa aktuell für Aktien, Derivate und Devisengeschäfte in den 9 Kernländern der EU. Aber jede Ausnahme, Einschränkung oder Sonderregelung erhöht den Aufwand der Überprüfung und schafft Möglichkeiten diese zu umgehen.
Diese Steuer sollte auf alle Transaktionen gelten bei denen Geld direkt oder indirekt verschoben wird. 
Wenn ich also um 100 Euro Lebensmittel kaufe, dann zahle ich dafür 0,01 Euro an Steuer. Wird mich das davon abhalten? Nein, dazu sind die Beträge zu gering.
Wenn eine Firma eine andere aufkaufen möchte und dafür 100Mio Euro zahlt, dann kostet das 10'000 Euro an Steuer. Also wenn es an diesem Betrag scheitert, dann wäre der Kauf der Firma vielleicht doch keine so gute Idee.
Der Punkt ist also, so eine Steuer wäre leicht zu berechnen, leicht zu erheben und hätte keine großen Schlupflöcher, sofern sie eben für alles gilt. Jede Bankeinzahlung wird mit 0,01% Gebühren belastet, jedes Geschäft zahlt 0,01% seines Umsatzes als Steuer.

Nicht erfasst wird von einer solchen Steuer Transaktionen über Bargeld. Das betrifft nur kleine Beträge und wenn jemand mal Millionen in Bar transportieren möchte, sind die Handlingkosten wesentlich höher als die Transaktionssteuer.

Ein großes Problem, und der Grund warum es eine solche Steuer heute kaum gibt ist, dass man dann solche Geschäfte wo anders machen würde. Es würden also nicht mehr die 100Mrd für 10 Sekunden in Deutschland abgewickelt werden, sondern in London. 
Aber das wäre aus meiner Sicht nicht das Problem. Wenn eine Firma in Deutschland beteiligt ist, dann ist die Steuer nach wie vor fällig, egal wo die Transaktion stattgefunden hat. Und wenn es eine Bank in London betrifft, daher keine Steuer bezahlt wird, dann wird sie auch im Falle eines Kollaps von England abgewickelt, nicht vom Deutschen Steuerzahler.

Es steht also außer Frage dass gewisse Geschäfte nicht mehr dort getätigt werden wo so eine Steuer zu bezahlen ist, aber das sind auch genau die Geschäfte die man nicht haben möchte - reine Spekulationsgeschäfte.

Ein kleineres, ja fast vorgeschobenes Argument gegen eine Transaktionssteuer ist was wir oben über Spekulationen festgestellt haben. Sie haben einen glättenden Effekt auf Preisextreme. Auch hier würde ich wieder mit der Höhe der Steuer von nur 0,01% argumentieren. Wenn der erwartete Gewinn so niedrig ist dass so ein kleiner Prozentsatz eine Rolle spielt, dann kann da nicht viel zu glätten sein. Ein Bauer der seine Jahresernte an einen Spekulanten verkauft und somit nicht mehr das Risiko eine Fehlernte komplett alleine trägt, ist eine gute Sache. Jetzt kann nicht eine Fehlernte den Bauer in den Konkurs führen, der Spekulant verteilt das Risiko auf viele Schultern und bekommt dafür einen etwas günstigeren Preis als Gewinn. Jedem ist geholfen. Dem Bauer wäre aber ebenso geholfen wenn er eine Versicherung abschließt. Die kostet Geld, dafür ist er gegen einen Ernteausfall abgesichert. 
Es erfolgt der gleiche glättende Effekt, aber der Getreidepreis wird nicht mehr durch Spekulationen vom realen Preis verfälscht. Wenn der Spekulant meint dass hier ein großer Gewinn lockt, kann er Firmenanteile vom Bauern oder von der Versicherung kaufen.

Erbschaftssteuer

Geld hat, wie wir eingangs gesagt hatten, eine kumulative Wirkung wie ein schwarzes Loch für Materie. Als interessantes Gedankenspiel wird das von Andreas Eschbach im Buch Eine Billion Dollar verwendet, wenn auch nicht ganz korrekt. Dort wurde von einem Urahn ein Geldbetrag konservativ angelegt und über die Jahrhunderte wurde dieser durch die Zinsen immer größer und größer. Am Ende war es eben eine Billion Dollar und damit konnten Firmen gekauft werden und eine Bank wurde gegründet. Da dieses Geld aber nicht hinausgeworfen wurde, sondern man jetzt die Kontrolle über diese Firmen hatte, konnte man deren Geld einsetzen um noch mehr an sich zu reißen.
Im wirklichen Leben gibt es viele Störungen die eine solche Entwicklung über mehrere Generationen dämpfen. Diese Störungen sind aber keine Garantie. Ich wäre für eine hohe Erbschaftssteuer, gerade für Betriebsvermögen. Diese werden heute unter gewissen Voraussetzungen mit gar keiner Erbschaftssteuer belegt. Die Gründe dafür sind solide, ich finde aber es sollte sich jeder selbst sein Vermögen erarbeiten.