Sunday, August 17, 2014

Windsurfen bei Rene Egli in Fuerteventura 2014

Dieses Jahr hat sich einiges verändert, im Vergleich zu früher - siehe meinen Bericht zu 2011. Dort gehe ich auf auch auf allgemeine Revierinformationen ein, ist also noch immer lesenswert.

Zusammengefasst hat sich folgendens seit damals geändert:
  • die Surfstation wurde abgerissen und neu gebaut
  • die Kiter sind mehr Richtung Süden gewandert
  • es gibt eine Schwimmzone
  • das Center II gibt es also solches nicht mehr und das Gebiet wird jetzt von Club Mistral besetzt
  • Schulung ist entsprechend ebenfalls im Center I
  • Zum Einchecken muss man nicht mehr in das Office im Gorriones gehen, kann alles am Surfcenter selbst erledigt werden
  • Sun&Fun hat keine eigene Reiseleitung mehr
  • Es gibt keine Liegen von Rene Egli, sondern die Gemeinde stellt diese gegen Bezahlung - auf der ganzen Insel

Revieraufteilung

Der größte Kritikpunkt in den Jahren davor war ja dass die Windsurfer inzwischen nur noch sehr wenig Platz am Strand hatten. Das hat sich mit diesem Jahr zu 90% entschärft. Wo früher die Kitzone war, kann man jetzt ebenfalls surfen, dann kommt ein ausgewiesener Strandabschnitt von ein paar 100m Breite für Schwimmer und darunter erst die Kiter. So hat eigentlich jeder gewonnen.
Bild von der Rene Egli Seite

Natürlich wäre es schön wenn man auch heute noch im Speedstrip surfen könnte - der liegt im unteren Ende der Kitezone, in etwa in der Mitte der Lagune. Wenn der Wind streng ablandig ist den ganzen Strand entlang heizen, bei Wellen die nur 1cm hoch sind, gehört zu meinen schönsten Erinnerungen. Diese Bedingungen sind aber so selten, da müsste man schon viel Glück haben um das überhaupt zu können.
Selbst für die Kiter ist diese Aufteilung von Vorteil, denn deren Kitestation ist nicht mehr im Center I sondern direkt am Gorriones Hotel. Man hat also die Lagune, sofern sie bei Flut gefüllt ist, direkt vor der Station und kann von dort losfahren, ansonsten geht man mit dem Kite gerade aus bis zum Meer. Ist auch nicht weiter als vorher.

Mitten im Meer steht Roger mit seiner Kamera und macht von allen Surfern, die an ihm vorbei fahren, professionelle Fotos, sofern er nicht selbst am Surfen ist. Die Fotos sind so gut das sogar ich wie ein passabler Surfer aussehe.

Ich habe übrigens die GoPro Halterung von DailyDose montiert gehabt. Eine wesentliche Verbesserung zum Flymount weil sie durch das Alu wesentlich stabiler ist, mit dem Schnellspanner einfach montiert und wieder gelöst werden kann und, anders als die Rohrhalterungen, auch in der Mitte vom Segelmast befestigt werden kann.


Unsere Reise hatte sich auch ein paar Tage mit dem Windsurfweltcup überschnitten, etwas was ich sonst immer tunlichst vermieden hatte. Auch das ist jetzt kein Problem mehr, denn der Worldcup Strand hört genau vor dem Center I auf. Man geht jetzt also weiterhin an der Stelle ins Meer wo man ohne Worldcup ebenfalls gehen würde. Das einzige das man in der Zeit verliert ist der Strandabschnitt oberhalb, wo sowieso kaum gesurft wird. Mit anderen Worten, wegen diesem Punkt muss man seine Surfreise nicht mehr verschieben. Gibt aber genug andere Gründe dem Worldcup auszuweichen.


Die Surfstation

Die neue Station ist wesentlich solider, größer und professioneller gebaut. Wo vorher Schilfmatten versucht hatten den Wind und Sand abzuschirmen, sind jetzt Holzpanele, es gibt eine Umkleide mit abschließbaren Spinden und eine Toilettenanlage, die diesen Namen auch verdient hat.
Was auch gut geplant wurde ist dass die Station auf der kompletten Länge offen ist. Früher gab es einen Eingang, wo man mit seinem Brett oder Segel durch musste. Bei der neuen Station gibt es zwei Gebäude, das eine ist ca. 40m lang und hat alle Segel aufgereiht, das Andere ist 15m breit für die Bretter.

Gebäude mit den Segeln

Lagerung der Bretter
Damit kommt man viel leichter an die Bretter heran und muss nicht am Infostand so lange warten. Die Segel wiederum haben meist keinen Gabelbaum, die darf man sich also nicht mehr selbst nehmen. Dafür stehen ausreichend Angestellte herum, die einem das Segel in ein paar Minuten aufbauen und wieder in Empfang nehmen, um es zu verstauen.

Die meisten Leute finden dass die alte Station mehr flair hatte. Ich kann das auch nachvollziehen, die neue Station sieht wirklich wie eine Fabriklagerhalle aus. Für mich überwiegen allerdings die Vorteile bei Weitem und soo schlecht sieht sie auch wieder nicht aus.

Panorama Foto der Station

Schulung

Ich hatte ja lange überlegt was ich mit meinen Kindern machen sollte. Zum Mistral Center in der Costa Calma gehen oder deren Station im ehemaligen Center II? Dafür sorgen dass die Kinder in der Lagune surfen, auch wenn die erst am Nachmittag voll war, genau dann wenn der meiste Wind ist?
Schlußendlich habe ich es einfach riskiert und sie bei Rene Egli zu einem Anfängerkurs angemeldet. Dieser Kurs ist immer am Vormittag, wenn noch wenig Wind ist und entsprechend entweder irgendwo in der Lagune - sofern noch ein wenig Wasser dort gewesen wäre, oder am offenen Meer.
Ich hatte großes Glück, bei mir war selbst um 10:00 Uhr bereits 5Bft Windstärke, die Kinder mussten darunter leiden. Sotavento im Juli, August ist einfach kein Revier zum Windsurfen lernen. Den Kindern hat es trotzdem Spass gemacht, sie haben viel gelernt und fahren jetzt schon alleine. Insofern war der Kurs sehr gut. Ich würde jedoch empfehlen den Kurs nicht im Voraus zu buchen (trotz der Geldersparnis) sondern erst vor Ort. Wenn man weiß wie der Wind die nächsten Tage sein wird, wenn man sieht ob im Meer oder mit dem Lagunenshuttle an eine tiefere Stelle gefahren wird usw. So kann man sicher mehr herausholen. Am besten wäre es natürlich dann die Schulung zu buchen wenn die Lagune voll ist ist das auch am Vormittag wäre - diese Kombination hatten wir jedoch nicht.

Strandliegen und Co

Die Palmen gibt es nach wie vor, nur werden die Strandliegen jetzt von der Gemeinde gestellt und müssen pro Tag mit 4EUR bezahlt werden, ein Sonnenschirm nochmals das Gleiche. Das ist auf der ganzen Insel so geregelt, selbst die Hotels haben keine eigenen Liegen mehr am Strand stehen. Meistens habe ich deswegen meinen Rucksack am Infostand von Rene Egli weglegen lassen oder einen Spind genommen.
Die Bar ist ein wenig besser bestückt und führt jetzt auch Eis. Bezahlt wird mit einem Gutschein den man am Infostand bekommt und dessen Restbetrag man auch wieder ausbezahlt bekommt.
Sonst hat sich nicht viel geändert.

Na gut, vielleicht sollte ich noch das Foto mit Roger auflösen, falls es nicht schon vorher klar war...