Monday, September 2, 2013

Neues Tower Gehäuse für den Linux Server

Bei uns im Keller steht ein Linux Server für diverse Aufgaben

  • Digitaler Videorecorder
  • Zentraler Speicherplatz für Bilder und Videos
  • Per UPnP/DLNA die Bilder und Videos auf PCs, Fernseher, Playstation, Android Telefone/Tablets verteilen
  • Backup Server
  • Automatisierung jed weder Art, etwa GPS Tracks in das KML Format umwandeln, Bilder automatisch auf 1920 Auflösung herunterskalieren, Bilder in Datum_Uhrzeit.jpg umbenennen usw
Bis vor kurzem hatte ich ein normales PC Gehäuse mit 4 Festplatten laufen, Backups wurden auf meinem Windows PC mit einer Wechselplatte gemacht. Weil das umständlich war entsprechend selten.

Durch Zufall habe ich gesehen dass es 19" Schränke für wenig Geld gebraucht zu kaufen gibt und einen für 60.- EUR ersteigert. Das Server Gehäuse mit Festplatteneinschüben war schon teurer, hat 200.- EUR gekostet. Das ist ein "normales" ATX Gehäuse, in dem läuft jetzt mein billiger Core i3 mit handelsüblichem Mainboard, eben die Hardware die vorher im PC Gehäuse eingebaut war, und vorne hat das neue Gehäuse jede Menge SATA Einschübe. Das aktuelle Gehäuse mit 6GBit SATA wäre das hier, meines hat 3GBit SATA2 - reicht vollkommen.
Der 2m hohe Serverschrank
Oben ist der Ethernet Switch und
in der Mitte das ATX Gehäuse mit den
Festplatteneinschüben

Jetzt ist natürlich die Frage, wie kann man bis zu 16 Platten anschließen? Das Board hat 4 SATA Anschlüsse, eine Karte hat üblicherweise 2-4 weitere Anschlüsse. Schlußendlich ist es ein LSI 3Ware 9650SE-16ML RAID Controller geworden. Diese kosten so zwischen 600.- und 900.- EUR aber nach langem suchen habe ich einen für 200.- EUR ersteigert. (Genaugenommen habe ich mit dem Raid-Controller angefangen und dann erst den Schrank gekauft)
Der Controller ist wirklich super, man stopft eine Platte nach der anderen hinein und konfiguriert diese. Vier Stück 2GB Platten wurden zu einem Raid-5 Verbund gemacht und stellen mir jetzt ein großes Laufwerk für alle Filme zur Verfügung, die anderen Platten sind einzelne Disks für verschiedene Dinge. Eine hat alle Bilder und mp3s, zwei andere sind das Ziel für das Backup das einmal pro Nacht per rsync gemacht. Von den Filmen mache ich keine Backups, da muss die Raid-5 Sicherheit genügen. Sollte irrtümlich eine Datei gelöscht werden ist das kein Problem, in Samba habe ich das Recycler Modul aktiviert. Und im schlimmsten Fall sind die Filme eben weg.

Einen Fehler hatte ich beim Controller aussuchen gemacht, ich hatte nicht darauf geachtet ob der Controller die Platten auch in Standby (Spin-Down) versetzen kann. Die Backup Platten werden überhaupt nur einmal am Tag verwendet und auch alle anderen nicht ständig. Lustigerweise kann der Controller nach offiziellen Angaben das nicht, es war aber eine Beschreibung in einem Knowledge Base Artikel dass es inoffiziell unterstützt wird. Den Artikel habe ich aber nicht mehr gefunden.
In meiner Ubuntu /etc/rc.local Datei habe ich mehrere folgender Einträge gemacht:

tw_cli /c2/u0 set powersavestandbytimer=30

Also der Controller, der die Nummer 2 hat, soll die Unit (=logische Festplatte) Nummer 0 nach 30 Minuten einen Spin Down durchführen. Das funktioniert wirklich gut:

tw_cli /c2 show events | grep unit=0

c2 [Sat Aug 24 2013 22:25:41] INFO Unit now in standby mode: unit=0
c2 [Sun Aug 25 2013 00:40:12] INFO Unit now in active mode: unit=0
c2 [Sun Aug 25 2013 01:12:11] INFO Unit now in standby mode: unit=0
c2 [Sun Aug 25 2013 20:12:01] INFO Unit now in active mode: unit=0
c2 [Mon Aug 26 2013 03:56:12] INFO Unit now in standby mode: unit=0
c2 [Mon Aug 26 2013 04:59:09] INFO Unit now in active mode: unit=0
c2 [Mon Aug 26 2013 09:56:43] INFO Unit now in standby mode: unit=0

Beim installieren des Controllers gab es zwei kurze Schrecksekunden. Zuerst war die Frage ob die PCIe x8 überhaupt mit der Karte geht, denn meist sind diese nur für Grafikkarten vorgesehen: Intel Mainboard ja, bei den meisten anderen Mainboardherstellern nein.
Und beim ersten Hochfahren gab es Probleme mit dem Controller, ein Firmware Update vom Controller hat diese behoben und erlaubt auch gleich 4TB Platten zu verwenden.
Beim Einrichten war ich noch kurz überrascht warum er aus jeder großen Platte mehrere 2TB Platten gemacht hat, das ist aber ein Feature ("Autocarving") das man deaktivieren kann.